Mahnung an T. von Papen
07 März 2010 ( Dieter Holtheuer )
Geschichte

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Oft steht gar keine böse Absicht dahinter, wenn eine Rechnung nicht bezahlt wird. Der Kunde hat das Bezahlen einfach nur vergessen. Erst wenn die Mahnung kommt, wird er wieder daran erinnert, dass er nun bezahlen muss. Eine Mahnung, oder auch Zahlungserinnerung, ist die bestimmte und eindeutige Aufforderung des Gläubigers an den Schuldner, die geschuldete Leistung zu erbringen.

Heute möchten wir ein Mahnschreiben aus dem Jahre 1824 vorstellen. Es handelt sich um die Erinnerung des Weinhändlers Joseph Archilles Duvivier aus Schwelm an den „Freiherrn“ Theodor v. Papen zu Lohe. (1788 – 1825). Von Papen hatte 1Ohm Moselwein ( 1 Ohm entspricht ca. 137 Liter) erhalten und musste 173 Reichstaler und 18 Stüber dafür bezahlen. Am 10. Juni 1824 ist das Schreiben in Schwelm aufgegeben worden und war an den Rentmeister des „Freiherrn“v. Papen, Dr. jur. Carl Seyfried (1784 – 1850), gerichtet. J. A. Duvivier war 1807 aus Frankreich emigriert und hatte 1807 in Schwelm eine Weinhandlung gegründet. Sie befand sich in Schwelm in der Kölner Straße Nr. 14. Das Haus ist heute immer noch im Familienbesitz.

Interessant ist die Form und Wortwahl der damaligen Zeit. Sie kann man mit der heutigen Art und Weise nicht vergleichen. Nachstehend sehen Sie die Abbildung des Schreibens von 1824, sowie eine lesbare „ Übersetzung“:

Herrn Doctor Seyffried
Wohlgeboren in Werl


Meinen ergebenen letzten Brief vom 21 ten April, hinsichtlich des an den Herrn Baron v. Papen gesandten 1 Ohm(1) Moselwein, werden Sie s(einer) z(eit) hoffentlich erhalten haben.

Mit Gegenwärtigen habe ich mir erlauben wollen Sie an meine Forderung an Herrn F(reiherrn) v. Papen = 173,, 18 stbr.(2) zu erinnern, indem Sie die Güte hatten meinem Reisenden bey seinem letzten Dortseyn zu sagen, daß ich den größten Theil davon in diesem Monat, und den Rest auf jeden Fall vor Ablauf diese Jahrs erhalten würde. – Recht sehr würden Sie mich verbinden, wenn Sie mich zu dem baldigen Besitz dieses Guthabens verhelfen wollten, indem man bey dem allgemeinen großen Geldmangel und bey einem, unter jetzigen Umständen so viel Geld erfordernden, Geschäfte, als dem Meinigen schon häufigen und großen Zinsen Verlußt leidet.

In der Hoffnung, daß Sie meine Bitte recht bald erfüllen werden, empfehle ich mich Ihnen Achtungsvoll und habe die Ehre zu zeichnen

Ew(= Euer) Wohlgeboren
Schwelm, ergebenster Diener

d 10, Juni 1824 - ppra J. A. Duvivier Vivie
J. H. Vivie
  • (1)= 1 Ohm = ca 137 Liter (preuß.)
  • (2)= 173 Reichstaler
  • stbr 18 Stüber
Außenadresse: S(eine)r Wohlgebohrenn
Herrn Doctor Seiffried
in W E R L
Stempel: Schwelm 10. 6.
franco (....) Postwertkürzel
       

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