 Philipp Abraham Rosenthal
|  Das Geburtshaus von Philipp Abraham Rosenthal
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Nein, Porzellan ist in Westönnen nicht hergestellt worden. Aber- die Vorfahren der bekannten Porzellanmanufaktur Rosenthal stammten aus Westönnen!
Dieser nette Herr hier links auf dem Bild war der Jude Philipp Abraham Rosenthal und wurde am 16.05.1774 in Westönnen als Sohn eines bereits in Westönnen lebenden Juden geboren. Er starb am 17.2.1853 in Werl. Bis 1811 lebte er im Dorfzentrum am heutigen Mawicker Weg 1 (Bild rechts).
Dann zog er nach Werl, eröffnete eine Handlung mit Tuchen und Kolonialwaren und gründete u.a. eine Baumwollweberei. Dadurch wurde er ziemlich vermögend. Sein Sohn Abraham Rosenthal (1821, Werl, - 13.06.1902, Bonn), erweiterte das Angebot auch um Porzellan. Dessen Sohn gründete schließlich 1879 in Selb / Oberfranken die weltberühmte Porzellanmanufaktur. 1880 verkauften die Rosenthals schließlich ihre Güter und verließen endgültig Werl.
Das Verhältnis der Rosenthals zu Werl ist sehr gespannt, weil sich die Werler eine ganze Reihe Peinlichkeiten erlaubten. Aber nicht so bei uns Westönnern- wir halten das Gedenken in Ehren, und deshalb wird Philipp Rosenthal bei uns auch an erster Stelle dieser Website genannt. Liebe Werler, so macht man das...
  Heinrich Buchgeister 1914 im Trikot des SC Charlottenburg
|  Leichtathletik-Länderkampf Deutschland-Schweiz 1931: Mannschaftsführer H. Buchgeister (r.)
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Dem Stadion in Werl hat er seinen Namen gegeben, der Westönner Sportler Heinrich Buchgeister.
Am 3.3. 1891 wurde einer der erfolgreichsten und angesehensten deutschen Sportler in Westönnen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Westönnen besuchte er zunächst die Rektoratsschule in Werl und wechselte dann auf das Gymnasium nach Coesfeld, um das Abitur zu erlangen.
Später studierte er in München Zahnmedizin und wurde Mitglied beim TSV 1860 München. 1913 ging´s nach Berlin. Am 4. Mai stellte er seinen ersten Deutschen Rekord im Diskuswurf mit 42.28 Metern auf; seine erste Deutsche Meisterschaft erzielte er im Speerwurf, den er auf 57,35 Metern schleuderte. Insgesamt erzielte er 5 Deutsche Meisterschaften. Leider war es ihm nicht vergönnt, eine Olympiade zu erleben- der I.Weltkrieg verhinderte eine Teilnahme der deutschen Mannschaft bis 1928..
Buchgeister optimierte die Technik des Speerwerfens u.a. mit dem Fünf-Schritt-Rhythmus im letzten Teil des Anlaufes, eine Technik, die noch heute besteht.
1920 wurde Heinrich Buchgeister der erste etatmäßige Sportlehrer an einer deutschen Hochschule- in Freiburg im Breisgau.
Der Träger zahlreicher Auszeichnungen starb am 13. November 1977 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Bergäckerfriedhof in Freiburg - Littenweiler.
Autor Franz Georg Wegener - Quelle Heinz Beulertz - Werl Gestern Heute Morgen Ausgabe 1992
  Dr. Alfred Dregger
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Der Vetter des heutigen Westönner Ortsvorstehers Wilhelm Sasse wurde am 10. Dezember 1920 geboren.
Von 1927 - 1931 besuchte er die Volksschule in Westönnen , dann bis 1939 das humanistische Mariengymnasium in Werl, wo er seine Hochschulreife ablegte. Einige seiner beruflichen Stationen:
Von 1956 - 1970 war er Oberbürgermeister der Stadt Fulda, damals der jüngste in Deutschland, von 1962 - 1972 Mitglied des Hessischen Landtages. Von 1967 - 1982 war er Landesvorsitzender der CDU in Hessen (Wahlergebnisse: von ursprünglich 26,4% in zwei Landtagswahlen über 39,6% auf 47,3%) und von 1970 - 1972 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag.
Von 1972 - 1998 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1982 - 1991 auch Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dessen Ehrenvorsitzender er wurde. Nach langer Krankheit verstarb er am 29.6.2002 .   Jürgen Tomicek ist einer der erfolgreichsten deutschen Karikaturisten. Seine politischen Karikaturen zählen zu den am häufigsten abgedruckten Karikaturen in Deutschland. Westfalenpost
|  Rudi
|  Der Westönner Ömmes aus der Feder von Tomicek
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Jürgen Tomicek wurde 1957 im Allgäu geboren. Nach Ablehnung eines Stipendiums an der Kunstakademie (aus mangelndem Kunstinteresse), kaufmännische Ausbildung mit ersten Arbeiten im Bereich Werbegrafik und Design. Einer Leidenschaft folgend, Berufswechsel zum Motorrad-Polizisten auf rheinisch-westfälischen Straßen.
Noch heute ist Tomicek aktiv am Polizeifortbildungsinstitut Münster im Fachbereich Werbung und Medien tätig.
Jürgen Tomicek ist mehrfach ausgezeichneter, freischaffender Karikaturist für zahlreiche Tageszeitungen und Zeitschriften im deutschsprachigen Raum.
Neben zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gibt es auch regelmäßige Jahrbuchveröffentlichungen. Im Internet unter www.tomicek.de !   Ralf König - Signatur
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Wer kennt nicht die Schwulen-Filme "Der bewegte Mann" oder "Das Kondom des Grauens"? Beide Filme und noch mehr Comics stammen aus der Feder von Ralf König, geboren im August 1960, in Westönnen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Schule zunächst Schreiner-Lehre. (Mit Abschluss). Von 1981 - 1986 Studium mit Schwerpunkt "Freie Graphik" an der Staatlichen Kunst-Akademie in Düsseldorf. Erste Veröffentlichungen im Bereich Buch und Zeitschriften seit 1979.
Ralf König, der erfolgreichste Autor der Gegenwart in der schwulen Szene, Bundesfilmpreisträger 1995, wohnt derzeit in Köln.
Seine Klassenkameraden erinnern sich noch gerne an ihren Mitschüler, immerhin hatte er ja zu der Zeit noch nicht sein "coming out" erlebt, was insbesondere seine weiblichen Klassenkameradinnen zu berichten wissen... Ralf König verarbeitet übrigens manchmal auch seine Westönner Heimat in seinen Comics. Da tauchen dann plötzlich einheimische Namen wie "Schlummer" auf, oder Ortschaften wie "Mawicke" oder "Oberbergstraße"! Ein Klassenfoto aus der Overbergschule hat er übrigens auch mal in einem Buch abgedruckt. Bei der großen Auflage seiner Bücher wurden so viele Westönner europaweit bekannt!
  Dieses Bild zeigt Ralf König in der Westönner Grundschule
|  Der bewegte Mann
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In unserer Rubrik „Berühmte Westönner“ gab es noch eine Lücke zu schließen. Der Kammersänger Karl-Josef Hering taucht dort bisher nicht auf. Wir haben bei Wilfried von Rüden nachgefragt. Der hatte schon einige Male über den Sänger berichtet und hat uns seine Artikel aus dem Soester Anzeiger vom 14. Februar 2009 zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.
Erinnerungen an den Kammersänger Karl-Josef Hering, der heute vor 80 Jahren geboren wurde - „In seinem Fach einer der Besten, den die Deutsche Oper Berlin je hatte“.
WERL. „Ich hatte die Ehre, ihn kennen zu lernen, weiß aber, dass er in seinem Fach einer der Besten war, den die Deutsche Oper Berlin je hatte und dessen frühes Zurückziehen von der Bühne der Opernwelt einen empfindlichen Verlust bedeutete“. Das schrieb der Generalintendant der Deutschen Oper Berlin, Professor Götz Friedrich, an die Familie des verstorbenen Kammersängers Karl Josef Hering.
Am heutigen Tag (14.2.) wäre er 80 Jahre alt geworden. Am 20. Mai 1998 war die einprägsame Stimme des aus Westönnen gebürtigen Karl-Josef Hering, die unzählige Menschen in vielen Ländern der begeistert und zu lang anhaltenden Ovationen hingerissen hatte, für immer verstummt. Der am 14. Februar 1929 geborene spätere Tenor besuchte das Werler Mariengymnasium und studierte Volkswirtschaft, um in den elterlichen Betrieb einzutreten. Doch wurde er durch seinen Gesangslehrer Franz Völker in seinen Überlegungen bestärkt, durch seine Stimme einen ausreichenden Lebensunterhalt zu verdienen. Auf der Krefelder Bühne ließ Karl-Josef Hering erstmals den tenoralen Heldengesang ertönen.
1958 debütierte der 1,93 Meter große Sänger aus Westfalen am Opernhaus Hannover im „ Freischütz“. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er an der Deutschen Oper Berlin, zu deren Ensemble er von 1966 bis 1979 gehörte. In Berlin glänzte Karl-Josef Hering u.a. als Wagners Siegfried und Parsifal, als Florestan in Beethovens „Fidelio“, als Canio in Leoncavallos „Bajazzo“ und immer wieder als Max in Webers „Freischütz“. Binnen kurzer Zeit schaffte er das, was vielen seiner Kollegen versagt blieb. Gastspielreisen führten ihn rund um die Welt. Er trat u.a. in London, Amsterdam, Rom, Luxemburg, Paris, Wien, Toronto, Los Angeles, Buenos Aires und Tokio unter den Dirigenten Solti, Jochum, Böhm, Maazel, Mehta, Stein, Leinsdorf, Keilbert und Varviso auf. Im berühmten Londoner Covent Garden sorgte er viele Jahre für Aufsehen und glänzende Kritiken. Die Engländer nannten ihn den wagnerischten der Heldentenöre.
Seiner westfälischen Heimat blieb Karl-Josef Hering stets eng verbunden. Ob beim Westönner Karneval, bei einem Opernkonzert in seinem Heimatort oder bei einer Rundfunkübertragung des „Großen Platzkonzertes“ aus Werl, wenn es der Terminkalender erlaubte, kam aus Berlin keine Absage. Einem breiten Publikum wurde Kammersänger Karl-Josef Hering auch durch viele Fernsehauftritte bekannt, so beim unvergesslichen Hans Rosenthal in „Dalli Dalli“, im „Blauen Bock“ und in „Erkennen Sie die Melodie?“. Ein Hüftgelenkleiden zwang Karl-Josef Hering zum Abschied von Opernhaus und Konzertsaal.
In ihrem Nachruf sagte seine Tochter Andrea: „Wir trauern auch um jenen Karl-Josef Hering, der für viele über Jahrzehnte ein guter, aufrichtiger und hoch geschätzter Freund war. Ein Freund, der mit seiner Geselligkeit und seinem Humor für viele glückliche und heitere Stunden gesorgt hat, der aber genauso Anteil an Kummer und Leid nehmen konnte und immer ein offenes Ohr für die Probleme anderer hatte.“
Auf mehreren Schallplatten werden seine Freunde und Bekannten seine wunderschöne Stimme weiterhin hören können und sie als kostbare Andenken an einen ungewöhnlich talentierten Sänger und liebenswürdigen Menschen bewahren.  Foto: Studio Berlin
|  Seine Ruhestätte in Berlin-Zehlendorf
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|  Als Erik...
|  ...und als Parsival
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Zu Anfang möchte ich einen Überblick über die Familienverhältnisse des Theodor Bömelburg geben. Am 27.September 1862 wurde Theodor Bömelburg als Sohn der Eheleute Maurer Johann Albrecht und seiner Ehefrau Wilhelmine (geb.Bonnekoh) in Westönnen geboren. Er wurde am 29.September 1862 in der Westönner Pfarrkirche getauft. Die Paten waren der Schneider Theodor Bonnekoh und die Anna Maria Bömelburg beide aus Westönnen.(1)
Die Eltern hatten insgesamt 6 Kinder. Der Beruf des Maurers war in der Familie Bömelburg sehr verbreitet. Die Familie Bömelburg stammte ursprünglich aus der Gemeinde Ottbergen bei Warburg. Nach dem Besuch der Westönner Volksschule erlernte er den Beruf des Maurers und war in diesem Bereich als Handwerker in Westönnen und verschiedenen anderen Orten bis 1894, so wahrscheinlich in Werl, Dortmund, Bochum und Hamburg, tätig. (2)
In den Jahren ab 1875 wurde im Bereich von Westönnen und Werl durch die industrielle Entwicklung das Bauwesen sehr stark gefördert. Der Bau der Ziegelei in Westönnen um 1880 durch den Bauer Ebel-Schulte brachte auch hier eine Veränderung der Baustruktur. Waren bisher hauptsächlich Grünsandsteinbauten tonangebend, so wurde jetzt mit gebrannten Ziegeln gebaut. Eine Erleichterung für die Bauleute? Aber auch im benachbarten Werl wurden Industriebauten errichtet. Als bekanntestes Bauwerk ist auch heute noch für viele die Brennerei/ Hefefabrik Wulf zu nennen. Das brachte auch viele Handwerker aus anderen Landesteilen in unsere Gegend. Neue Einflüsse machten sich hier breit. Die kirchlichen Arbeitervereine, siehe Kolping, aber auch die politischen Vertretungen der Arbeiterschaft, die Sozialdemokratie begannen ihre Arbeit. (3)
Bis zu seiner Militärzeit war Theodor Bömelburg gläubiger Katholik und Kirchgänger. Im Jahr 1886 war er einer der Gründer des Maurer-Fachvereins in Bochum. Im März des Jahres 1887 kam er wieder nach Hamburg und fand dort Anschluss an die Soziademokratie. Er wurde 1888 Bezirksvorsitzender der Hamburger SPD und gehörte von 1904 bis 1907 der Hamburger Bürgerschaft an. Der Wahlkreis Dortmund Hörde stellte ihn 1903 als Kandidat für den Reichstag auf. Er wurde gewählt und vertrat diesen Wahlkreis bis 1912 im deutschen Reichstag. Im Fachverein der Maurer wurde er 1888 Bezirksführer und wurde 1891 Mitbegründer des reichsweiten Maurerzentralverbandes. Durch seine besonderen Fähigkeiten und sein taktisches Geschick wurde Theodor Bömelburg schon 1893 der 1.Vorsitzender des Zentralverbandes der Maurer und blieb dies bis 1910. Danach war er noch bis zu seinem Tod Vorsitzender des neu gegründeten Bauarbeiterverbandes von Deutschland. Außerdem war Theodor Bömelburg von 1907 bis 1912 Sekretär der internationalen Maurerkonferenz. Bereits seit 1899 und in den Jahren 1902, 1905und 1908 war er einer der Vorsitzenden der Gewerkschaftskongresse der freien Gewerkschaften.
1902 sprach er sich bei dem Kongress gegen innergewerkschaftliche Kritik und für ein enges Bündnis mit der SPD aus. Auch war er während der Massenstreikdebatte einer der entschiedensten Gegner von Rosa Luxemburg. Er sprach sich 1905 auf dem Kongress der freien Gewerkschaften gegen einen politisch motivierten Generalstreik aus den andere führende Gewerkschaftler und Politiker der links stehenden Parteien befürworteten.
Zitat: “Ungeheuere Opfer hat es gekostet, um den augenblicklichen Stand der Organisation zu erreichen, um aber unsere Organisation auszubauen, brauchen wir in der Arbeiterbewegung Ruhe“.
Durch vernünftige Politik des miteinander konnte er eine starke Arbeitnehmerbe-wegung mit aufbauen. Sein Ausspruch: „Partei und Gewerkschaft sind eins“ gaben über seine Haltung Ausspruch. (4) Er starb am 7.oktober 1912 in Hamburg und wurde unter großer Anteilnahme der Gewerkschafts- und Mitglieder der SPD begraben. Im ersten viertel des 20.Jahunderts wurde in Hamburg-Horn eine Straße nach ihm benannt.
(1) Kirchenbuch Taufen 1862/S285 St.Cäcilia Westönnen (2) Beiträge zur Geschichte des SPD-Ortsvereins Werl, Michael Jolk 2006 (3) Werl Geschichte einer westfälischen Stadt Frau Amalie Rohrer, Hans Jürgen Zacher,Band 2,1994, Heimatbuch Westönnen Westhues 1966 (4) Sozialistische Monatshefte – Nachruf Heinrich Stühmer, S.1435/36 |