| Am 11.12.2004
wurde schon einmal von "Rorateämtern
im Advent" berichtet. Was damals geschrieben wurde, soll zum Teil noch
einmal aufgenommen werden. Rorateämter gab es früher in Westönnen
nicht. Sie wurden erst von unserem letzten Pfarrer Gotthard Spannenkrebs in unserer
Gemeinde eingeführt. Er hatte sie in seiner Jugend in Ostpreußen kennen
und lieben gelernt und sie so in unserer Gemeinde eingeführt. Nun werden
sie aber in dem neuen Pfarrverbund weiter gepflegt. Sie werden gerne besucht;
die Gotteshäuser sind dann nur durch Kerzenlicht erhellt und dadurch bekommen
die Kirchen und die Gottesdienste einen adventlichen Charakter. Es werden
in jedem Jahr drei Rorateämter gefeiert. Hier wird von dem dritten Amt berichtet.
Es wurde von einer Gruppe des BDSJ gestaltet, die sich "Die wilden Tiger"
nennen. Die Jugendlichen und ihre Betreuer trugen zur Gestaltung des Wortgottesdienstes
bei, und mit ihren Musikinstrumenten begleiteten sie den Gesang der Gläubigen.
Dafür gab es spontanen Beifall. Hier
soll noch einmal etwas zum Verständnis dieses Brauchtums gesagt werden. Der
"Große Herder" von 1955 sagt: "Rorate, die im Advent gefeierten
Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria". Votivmessen sind Gottesdienste
aus besonderen Anliegen. In einem alten "Schott Messbuch" heißt
es: "Kraft eines besonderen Privilegs darf in manchen deutschen und österreichischen
Diözesen im Advent eine besondere Rorate - Messe gehalten werden". Diese
Diözesen lagen besonders im Süden und Osten des Landes. Im Westen und
Norden Deutschlands waren diese Rorateämter unbekannt. In der Lesung
dieser Messen kommt der Prophet Isaias (Is. 7.10 - 15) aus dem Alten Testament
zu Wort, der da sagte: "Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn
gebären, und sein Name wird sein: Emmanuel (= Gott mit uns)". Im
Evangelium (Lk.1.26 - 38) wird nach Lukas die Verkündigung der Geburt Jesu
durch den Engel Gabriel verlesen. |
In der hier
besprochenen Messe, die von dem Vikar van Raay zelebriert wurde, kam der Evangelist
Matthäus zu Wort. Der Vikar zitierte aus Matthäus Kap.1 Vers 20
bis 23 und sprach dann darüber. Aber das muss man erst finden. Da hilft eine
Synopse weiter (eine Zusammenschau der Evangelien). Nur der Evangelist Matthäus
berichtet, dass dem hl. Josef ein Engel im Traume erscheint und ihn auffordert,
Maria nicht zu verlassen. Warum? Da greift sogar Matthäus auf das Alte Testament
zurück und zitiert Isaias 7.14: "Siehe, die Jungfrau wird empfangen
und einen Sohn gebären, und man wird seinen Namen Emmanuel nennen, das heißt
übersetzt: Gott mit uns". So steht es ja schon weiter oben. Bleibt
noch der Name Rorate. Es ist ein Wort aus der lateinischen Sprache. "Rorare"
heißt "tauen", "Rorate" ist die Befehlsform (der
Imperativ) und bedeutet dann "tauet". Es ist der Anfang des bekannten
Adventsliedes: "Tauet, Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!". |